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Aus dem MusikKindergarten

Naturtöne und Waldkonzert

Wald & Flur – Töne der Natur

Die Musik des Waldes
Kleines Fliegenpilzhäuschen aus Filz auf moosigem Waldboden

Da, wo es nach schwerer Erde und knorrigem Wurzelwerk duftet, leben die kleinen Moosmännlein. Am Tage sammeln sie Vogelbeeren und Baumpilze. Doch wenn sie ihr Tageswerk vollbracht haben, gibt es nur eines, was das Moosmännleinherz tanzen lässt: die Musik des Waldes. Und genau dieses Fantasiebild lädt uns ein, das Thema Wald und Flur aufzugreifen und mit Naturtönen zu experimentieren.

Mit themenzentrierten Szenen, wie dieser, holen wir uns magische Klangwelten in unseren MusikKindergarten. Um Kindern einen tiefen, nachhaltigen Zugang zur Musik zu ermöglichen, bedarf es einer fantasievollen Ästhetik, die sie mit allen Sinnen greifen können. Die Natur bietet hierfür den perfekten Resonanzraum.
Die Natur um uns herum musiziert von selbst. Für unser Familienkonzert verwandeln wir ihre besonderen Stimmen in ein hörbares, musikpädagogisches Erlebnis.

Vom MusikKindergarten zum Familienkonzert

Das Familienkonzert „Wald & Flur – Töne der Natur“ führt uns nicht hinaus in den Wald. Stattdessen verwandelt sich der vertraute Musikraum durch ein von mir kreiertes, immersives Bühnenbild in eine fantasievolle Waldkulisse.

Tierstimmen, Naturgeräusche, Lieder und komplexe Rhythmicals greifen hier organisch ineinander.

Das Konzert ist kein isoliertes Projekt, sondern die künstlerische Bündelung unserer wöchentlichen Elementaren Musikpädagogik. Die Kinder begegnen vertrauten Melodien und musikalischen Spielformen, die sie über Wochen verinnerlicht, erprobt und aktiv mitgestaltet haben. 

Kleine Wichteltür an einem Baumstamm mitten im Wald

Das Familienkonzert bietet Eltern die Möglichkeit, einen fundierten Einblick in unsere pädagogische Arbeit zu gewinnen und die gewachsene musikalische Kompetenz ihrer Kinder zu erleben.

Ein Waldensemble aus vertrauten und besonderen Klängen

Die instrumentale Basis bildet unser bewährtes Orff-Instrumentarium. Für dieses Konzert erhält der Instrumentenkoffer jedoch außergewöhnliche Verstärkung: Windpfeife, Wasserfallrassel, Ocean Drum und Donnermacher lassen Wind, Wasser und Wetter eindrucksvoll hörbar werden. Die Kinder schulen dabei intensiv ihre auditive Wahrnehmung und lernen neue klangliche Nuancen (Klangfarben) kennen.

Hinzu kommen zahlreiche Tier- und Vogelstimmen. Kuckuck, Uhu, Käuzchen, Specht, Spatz und Wildschwein erhalten ihre eigene musikalische Identität. Nicht der einzelne Klangeffekt steht dabei im Mittelpunkt, sondern das musikalische Zusammenspiel: Die Kinder erfahren, wie sich Stimme, Körperpercussion, Instrumente und Naturgeräusche zu einer vielschichtigen, polyphonen Klangkulisse verweben.

Wilde Brombeeren zwischen grünen Blättern im Wald

Eigene Lieder als musikalischer Wegweiser

Zwei kleine Filzwichtel sitzen zwischen Blättern und Moos auf dem Waldboden

Das Thema des Familienkonzertes bestimmt die ganzheitliche Auswahl der musikalischen Inhalte. Alle Lieder, Melodien, Rhythmicals und pädagogischen Spielideen entstammen meiner eigenen Feder und sind exakt auf den Entwicklungsstand der Kinder zugeschnitten.

Im regulären Unterricht werden diese Inhalte gesungen, rhythmisiert und in Bewegung überführt. Das Konzert wächst organisch aus diesem Lernprozess heraus.

Vertraute Wiederholungen geben den Kindern emotionale Sicherheit, während sie gleichzeitig stolz präsentieren, wie selbstverständlich sie inzwischen musikalische Parameter wie Metrum, Dynamik und Formempfinden beherrschen.

Das Waldorchester: Instrumentenkunde und fliegender Wechsel

Ein besonderes Highlight einer Unterrichtseinheit war das von mir komponierte Lied vom „Waldorchester“. Um das Lied instrumental zu begleiten, haben wir den Raum in eine strukturierte Klanglandschaft verwandelt: Im Kreis wurden bunte Sitzkissen verteilt, auf denen sorgfältig ausgewählte Instrumente und dazu passende Bildkarten heimischer Waldtiere bereitlagen.

Orff-Instrumente und Bildkarten vom Wald auf bunten Sitzkissen drapiert
sechs Klangbausteine mit Schelegeln und Bildkarten von Tieren, die im Wald leben
ein großer Baum, an dessen Stamm eine geschnitzte, riesige, hölzerne Schnecke emporkriecht
ein mit Posca-Stiften gemaltes farbiges Kaeferbild und Poscastifte

Nach jedem musikalischen Durchlauf wurde gewechselt, so dass unser Waldorchester, mit jeder neuen Strophe in einer anderen Orchesterbesetzung erklingen konnte. Das macht Spaß und ist zugleich eine hervorragende Übung für die auditive Flexibilität und das aktive Zuhören innerhalb der Gruppe.

Vom gemeinsamen Lernen zum Familienkonzert

Zeigen, was musikalisch gewachsen ist

Wenn sich die Tür des Musikraums für die Familien öffnet, präsentieren die Kinder ihr musikalisches Können in einem wertschätzenden, geschützten Rahmen. Sie machen die essenzielle Erfahrung der musikalischen Selbstwirksamkeit: Sie spüren, dass ihre Stimme zählt, ihr Rhythmusgefühl trägt und dass aus der Aufmerksamkeit jedes Einzelnen ein harmonisches Gesamtwerk entsteht.

Für die Eltern wird hör- und sichtbar, wie sich die musikalischen Fähigkeiten ihrer Kinder entwickelt haben.

Am Ende nimmt jede Familie einen kleinen Schatz der Natur als Glücksbringer mit nach Hause – mitsamt dem liebevoll gestalteten, eigenen Programmheft. Vielleicht klingt die Musik des Waldes dadurch noch ein wenig weiter, wenn im Alltag jemand innehält und der Natur, und sich selbst, für einen Augenblick sein Ohr schenkt.